SOZIALVERSICHERUNG

Sind Sie oder Ihre Mitarbeitenden grenzüberschreitend tätig? Dann wird Sie das Folgende interessieren:

Strengere Kontrollen in der EU bei A1-Bescheinigungen

        

Seit der Einführung der EU-Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über soziale Sicherheit im Jahre 2010 gilt, dass jeder Mitarbeiter für jede EU-Auslandreise eine A1-Bescheinigung benötigt. Dies ist soweit bekannt. Neu ist, dass das Mitführen der A1-Bescheinigung seit dem Jahr 2019 viel strenger kontrolliert und auch gebüsst wird.

veröffentlicht: Juni 2019

Ihre Ansprechpersonen:

Jeannette Ming-De Pretto
MAS FH in Treuhand und Unternehmensberatung
dipl. Treuhandexpertin

Stefan Wigger
MLaw, dipl. Steuerexperte
CAS UZH in International Tax Law

Die EU-Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über soziale Sicherheit gilt seit dem 1. Mai 2010. Sie koordiniert die Sozialversicherungssysteme der Mitgliedsstaaten der EU und gilt für alle EU-Länder sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Jeder der in einem EU-Mitgliedsstaat einer vorübergehenden Beschäftigung nachgeht, ob als Angestellter oder Selbständig Erwerbender, muss eine sogenannte A1-Bescheinigung mitführen – unabhängig von der Dauer des Einsatzes. Dies gilt für sämtliche grenzüberschreitende Tätigkeiten, insbesondere auch für Verwaltungsräte, Berater aber auch an Messen und Konferenzen delegierte Mitarbeiter.

Die A1-Bescheinigung belegt, dass der Mitarbeitende im Wohnsitzstaat sozialversichert ist. Wer ausserhalb seines Heimatlandes arbeitet, müsste im Ausland auch Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Mit der A1-Bescheinigung wird dies vermieden. Die Bescheinigung regelt die Sozialversicherungszugehörigkeit und vermeidet so Mehrfachversicherungen und somit Doppelbelastung der Beiträge.

Wer kontrolliert und im Rahmen seiner grenzüberschreitenden Tätigkeit ohne A1-Bescheinigung erwischt wird, muss mit einem Bussgeld und der Nachforderung der Sozialversicherungsbeiträge rechnen.

Jedes Unternehmen ist gut beraten, seinen grenzüberschreitend tätigen Mitarbeitenden eine A1-Bescheinigung ausstellen zu lassen. Liegt die genehmigte Bescheinigung bei Antritt der Dienstreise noch nicht vor, ist eine Kopie des unterzeichneten Antragsformulars oder der Bestätigung des Online-Antrags (wo möglich) mitzuführen.

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