STEUERN

Steuerreform und AHV-Finanzierung

STAF – Ein kantonaler Überblick

        

Die Steuervorlage 17 wurde in das sog. «Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung» (kurz: STAF) umbenannt und von den eidgenössischen Räten im Herbst 2018 verabschiedet. Gegen die neue Steuervorlage wurde erfolgreich das Referendum erhoben. Am 19. Mai 2019 wird daher das Schweizer Stimmvolk über die STAF abstimmen. Vorbehältlich der Abstimmung soll die STAF grundsätzlich ab 1. Januar 2020 in Kraft treten.
Wir haben für Sie einen Überblick über die im Zusammenhang mit der STAF bereits publizierten Massnahmen ausgewählter Kantone aufbereitet. Die kantonalen Massnahmen sind aufgrund der laufenden Entwicklungen selbstredend noch nicht definitiv, können für Sie aber eine erste Richtung vorgeben, wie sich der jeweilige Kanton im Rahmen der STAF positionieren will.

veröffentlicht: April 2019

Ihre Ansprechpersonen:

Stefan Wigger
MLaw, dipl. Steuerexperte

Kevin Röllin
MLaw, dipl. Steuerexperte

Die wichtigsten Fragen für KMU

Wie profitieren Sie als KMU von der STAF?

Die KMU werden primär von allfälligen kantonalen Gewinn- und Kapitalsteuersatzsenkungen sowie auch vom allfälligen Abzug für Eigenfinanzierung profitieren. Zudem können auch KMU von der Patentbox sowie erhöhten Abzügen für Forschung und Entwicklung profitieren, sofern diese die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen.

Was bedeutet die STAF für meine Holdinggesellschaft?

Mit der STAF wird das kantonale Holdingprivileg abgeschafft. Die Abschaffung hat auf die Gewinn- und Kapitalsteuern auf kantonaler Ebene einen Einfluss und betrifft zum Beispiel auch die Erwerbsholding bei der Nachfolgeplanung. Steuerlich wird die frühere Holdinggesellschaft auf kantonaler Ebene zu einer ordentlichen (Beteiligungs-) Gesellschaft, wobei für Gewinnsteuerzwecke bei Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen der Beteiligungsabzug offensteht. Die meisten Kantone führen bei der Kapitalsteuer Entlastungen für diejenigen Eigenkapitalanteile ein, welche auf qualifizierende Beteiligungen entfallen. Durch diese Entlastungen und allenfalls neuen (generell reduzierten) Kapitalsteuersätzen sollte die Steuerbelastung bei einer reinen Beteiligungsgesellschaft – ohne Finanzierungstätigkeiten (oder ähnlichen Tätigkeiten) – in etwa derjenigen gemäss dem früheren kantonalen Holdingprivileg entsprechen.

Was bedeutet die sogenannte Sondersatzlösung? Gibt es Alternative?

Beim Wechsel von einem kantonalen Steuerprivileg (z.B. Holdingprivileg) in die ordentliche Besteuerung werden die vorhandenen stillen Reserven in Zukunft – weil sie nun der ordentlichen Besteuerung unterliegen – grundsätzlich höher besteuert. Um dabei eine Überbesteuerung zu vermeiden, werden die Kantone einen zeitlich befristeten Sondersteuersatz für die Besteuerung der bisherigen stillen Reserven vorsehen. Alternativ ist es unter geltendem Recht möglich, von der privilegierten in die ordentliche Besteuerung zu wechseln und von einem sog. altrechtlichen Step-Up zu profitieren.

Was bedeutet die Erhöhung der Teilbesteuerung von Dividenden?

Die privaten Aktionäre, welche mindestens 10% an einer Kapitalgesellschaft halten, müssen Dividendenerträge aus dieser Kapitalgesellschaft nicht nur auf Bundesebene höher versteuern. Die auch auf kantonaler Ebene allfällige Verschärfung der Teilbesteuerung von Dividenden aus qualifizierten Beteiligungen hat beispielsweise auch einen Einfluss auf die Entscheidung eines Alleinaktionärs in Bezug auf die Aufteilung zwischen Lohn- und Dividendenbezug. Aus diesem Grund empfehlen wir, die persönliche Bezugsplanung im Hinblick auf die Erhöhung der Teilbesteuerung rechtzeitig zu planen.

Was bedeutet die Verknüpfung mit der AHV-FInanzierung für die KMU?

Im Sinne eines sozialen Ausgleichs soll für jeden Steuerfranken, der durch die Steuerreform auf Ebene Bund, Kantone und Gemeinden entfällt, ein zusätzlicher Franken in die AHV-Finanzierung fliessen. Finanziert wird dies u. a. mit drei zusätzlichen Lohnpromillen (je 1,5 Promille von Arbeitgeber und Arbeitnehmer) zulasten der Arbeitnehmer. Ein KMU als Arbeitgeber würde die STAF somit mitfinanzieren.

Wie sieht der zeitliche Fahrplan der STAF aus?

Wird die Vorlage angenommen, können erste Massnahmen der Steuerreform unmittelbar danach und der Hauptteil der Massnahmen per 1. Januar 2020 in Kraft treten. Auch die Kantone arbeiten an der kantonalen Umsetzung, wobei auch erste kantonale Abstimmungen stattgefunden haben. Die Kantone können zudem gewisse Regeln bereits noch im Jahr 2019 einführen. Es ist daher wichtig, dass Sie sich frühzeitig mit den Folgen der STAF – auch auf kantonaler Ebene – auseinandersetzen. Gerne helfen wir Ihnen.

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