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Wissenswertes

Kurzarbeitsentschädigung (KAE)
Umfang der Entschädigung

        

Höhe der KAE, massgebender Lohn

Der Arbeitgeber muss den von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeitenden am ordentlichen Zahlungstermin den vollen Lohn für die gearbeiteten Stunden zahlen und für die ausgefallenen Stunden 80 % des Verdienstausfalls vorschiessen, wobei der vertraglich vereinbarte Lohn in der letzten Zahltagsperiode vor Beginn der Kurzarbeit (inkl. Ferienentschädigung und vertragliche sowie gesetzliche Zulagen wie Pauschalspesen und Nacht- und Sonntagszulagen) massgebend ist. Der Höchstbetrag des versicherten Verdienstes beträgt zurzeit monatlich brutto CHF 12 350 (Basis UVG-Maximum von CHF 148 200 pro Jahr).

Beispiel: Wenn bei einer Vollzeitbeschäftigung mit einem Monatslohn von brutto CHF 4 000 die Arbeit um 50 % reduziert wird, muss der Arbeitgeber einen Lohn von brutto CHF 3 600 pro Monat bezahlen (Berechnung: CHF 2 000 für 50 % Arbeit + 80 % von CHF 2 000 für die ausgefallene Arbeitszeit von 50 %).

Rahmenfrist / Dauer

Ferner beginnt mit der Auszahlung des ersten Kurzarbeitsmonats eine zweijährige Rahmenfrist. Innerhalb der Rahmenfrist werden höchstens 12 Abrechnungsperioden ausbezahlt. Eine Abrechnungsperiode umfasst einen Monat. Beträgt der Arbeitsausfall mehr als 85 %, besteht längstens während vier Abrechnungsperioden ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung.

Karenzzeit

Gemäss Beschluss des Bundesrates vom 13. März 2020 gilt bis 30. September 2020 ein Karenztag pro Abrechnungsperiode, gemäss Gesetz wären zwei (1. – 6. Abrechnungsperiode) bis drei (7. – 12. Abrechnungsperiode).  Diese Karenzzeit wird für jede Abrechnungsperiode abgezogen und geht zu Lasten des Arbeitgebers. Er darf sie den Mitarbeitenden nicht weiter verrechnen.

Berechnung Arbeitsausfall

Der Arbeitsausfall bemisst sich nach der Differenz zwischen dem Total der betrieblichen Sollstunden abzüglich aller bezahlten und unbezahlten Absenzen. Der Arbeitsausfall muss mindestens 10 % der Arbeitsstunden ausmachen, die von den Arbeitnehmern des Betriebs (oder Betriebsteils) insgesamt geleistet werden.

Für die Ermittlung des anrechenbaren Arbeitsausfalles sind aktuell die in den letzten 6 Monaten vor der Geltendmachung einer KAE geleisteten Mehrstunden zu berücksichtigen. Dazu zählen alle Mehrstunden wie Überstunden, Überzeit etc., unabhängig davon, ob diese ausbezahlt wurden. Diese Mehrstunden sind als Guthaben in der Zeiterfassung zu vermerken, sofern sie nicht kompensiert werden können. Als verkürzt gilt die Arbeitszeit somit nur, sofern diese Mehrstunden abgebaut sind. Es ist nicht auszuschliessen, dass hier die Praxis vorübergehend gelockert wird.

Vorhol- und Nachholzeiten sind in die Sollstundenabrechnung aufzunehmen. Sie werden entschädigt, soweit sie anfallen und es erfolgt eine Kürzung, wenn die Vorholzeit kompensiert wird. Gleitzeitsaldo von höchsten 20 Plusstunden haben keinen Einfluss auf die KAE, darüber hinaus gelten sie als Mehrstunden.

Sozialversicherungsbeiträge

Die vertraglich vereinbarten Sozialversicherungsbeiträge sind entsprechend der normalen Arbeitszeit zu bezahlen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die vollen Beitragsanteile der Arbeitnehmenden vom Lohn abzuziehen, sofern nichts Anderes vereinbart ist. Die Arbeitgeberanteile für die Ausfallzeiten werden von der Arbeitslosenkasse zurückerstattet. Weiterführende Informationen sowie die notwendigen Formulare finden Sie auf der Webseite des Staatsekretariats für Wirtschaft SECO unter www.arbeit.swiss > Arbeitgeber > Kurzarbeitsentschädigung.

veröffentlicht: März 2020

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Priska Ineichen
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MAS FH Treuhand und
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