MWST-Satzreduktion per 1. Januar 2018

Das Schweizer Stimmvolk lehnte die Reform der Altersvorsorge 2020 sowie den damit verbundenen Bundesbeschluss über die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Volksabstimmung vom 24. September 2017 ab. Damit wird per 1. Januar 2018 der MWST-Normalsatz von derzeit 8 % auf 7.7 % reduziert. Der Sondersatz für Beherbergungsleistungen reduziert sich von 3.8 % auf 3.7 %. Beim sog. reduzierten Satz gibt es keine Veränderung – dieser bleibt bei 2.5 %.

Erklärung zur Entwicklung der MWST-Satzänderung

Die MWST-Sätze sind direkt in der Bundesverfassung verankert (Art. 130 und Art. 196 Ziff. 14 BV), daher muss jede Änderung der MWST-Sätze durch eine Volksabstimmung von Volk und Ständen beschlossen werden. Seit 2011 gelten bei der Mehrwertsteuer die Steuersätze von 8 % (Normalsatz), 3.8 % (Sondersatz Beherbergung) und 2.5 % (reduzierter Satz). Dabei dient ein Teil der MWST-Einnahmen (Normalsatz: 0.4 %-Punkte, Sondersatz Beherbergung: 0.2 %-Punkte und reduzierter Satz: 0.1 %-Punkte) der IV-Zusatzfinanzierung. Die 2011 eingeführte Erhöhung der MWST-Sätze zwecks IV-Zusatzfinanzierung läuft Ende 2017 aus. Aufgrund des Wegfalls der Zusatzfinanzierung werden die MWST-Sätze ab dem 1. Januar 2018 entsprechend tiefer werden. Bei einer Reduktion der MWST-Sätze folgt auch eine Anpassung der Saldosteuersätze. Volk und Stände haben aber in der Volksabstimmung vom 9. Februar 2014 zugestimmt, dass alle drei MWST-Sätze per 1. Januar 2018 zugunsten der Finanzierung des Ausbaus der Bahninfrastruktur (FABI) um 0.1 Prozentpunkte erhöht werden. Somit sieht die Entwicklung der MWST-Sätze wie folgt aus:

Normalsatz Sondersatz Beher- bergungsleistungen Reduzierter Satz 
Aktuelle Steuersätze8.00 %3.80 %2.50 %
– Auslaufende IV-Zusatzfinanzierung 31.12.2017-0.40 %-0.20 %-0.10 %
+ Steuererhöhung FABI 01.01.2018 – 31.12.20300.10 %0.10 %0.10 %
Stand 01.01.2018 ohne Reform Altersvorsorge 20207.70 % 3.70 % 2.50 % 

Was ist zu tun?

Aufgrund der nun definitiv vorliegenden MWST-Sätze ab 1. Januar 2018 empfiehlt es sich, baldmöglichst die entsprechenden Sätze in Ihrem Buchhaltungsprogramm zu hinterlegen bzw. die Registrierkassen auf die neuen Sätze umzuprogrammieren. Ist heute schon klar, dass eine Leistung erst im Jahr 2018 stattfindet, so ist diese bereits gemäss den neuen Sätzen zu fakturieren. Beispiel: Eine Bergbahn verkauft am 15. Dezember 2017 eine Tageskarte, welche am 5. Januar 2018 gültig ist. Die Bergbahn fakturiert die Tageskarte mit einem MWST-Satz von 7.7 %.

Abonnemente (z.B. Halbtax- und Generalabonnemente, Ski-Saisonabonnemente), ferner Service- und Wartungsverträge für Lifte, Haushaltmaschinen, Computersysteme und dergleichen sind in der Regel im Voraus zu bezahlen. Erstreckt sich ein solches Abonnement über den Zeitpunkt der Steuersatzreduktion hinaus, ist eine Aufteilung des Entgelts pro rata temporis auf den alten und den neuen Steuersatz vorzunehmen. Beispiel: Der Umsatz aus einem vom 1. November 2017 bis zum 31. Oktober 2018 laufenden Service-Abonnement ist folglich für 2 Monate zum Satz von 8.0 % und für 10 Monate zum Satz von 7.7 % zu versteuern. Auf der Faktura sind die beiden Perioden bzw. Sätze separat aufzuführen.

Gerne unterstützen wir Sie bei sämtlichen Fragen im Zusammenhang mit der bevorstehenden MWST-Satzreduktion.

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